Gemeinsam gegen den Abstieg stemmen: Timon Schuüer (links), Leon Eggemann(2. von rechts) und Simon Werschmöller (rechts) bemühen sich gegen die DJK'ler Maximilian Kiffmeyer, Henry Krampe und Tobias Hüwe um die Lufthoheit.
Gemeinsam gegen den Abstieg stemmen: Timon Schuüer (links), Leon Eggemann(2. von rechts) und Simon Werschmöller (rechts) bemühen sich gegen die DJK'ler Maximilian Kiffmeyer, Henry Krampe und Tobias Hüwe um die Lufthoheit.

Fußball: Bezirksliga-Schlusslicht Westfalia Osterwick verspürt keine Motivationsprobleme

Allgemeine Zeitung Osterwick Von Frank Wittenberg Die Rote Laterne am Weihnachtsbaum hat keine wohligen Gefühle ausgelöst, logisch, aber die Stimmung auch nicht ins Bodenlose kippen lassen. „Uns war ja klar, dass es angesichts des Umbruchs schwierig werden könnte“, gibt sich Carsten Schlamann realistisch. Das braucht Zeit. Die wollen und müssen sie sich nehmen bei Westfalia Osterwick, auf keinen Fall in blinden Aktionismus verfallen. Denn das Ziel hält er mit seinem Trainerkollegen fest im Blick: Ihr deutlich verjüngtes Team wollen sie fit machen für die großen Aufgaben. Wie schnell das geht und ob sie dafür einen Umweg durch die A-Liga machen müssen, ist die spannende Frage.

Die Chancen, dass die zweite Saisonhälfte besser wird, stehen gut, zeigt sich Schlamann überzeugt: „Wenn die Lernkuve der Jungs so weitergeht, wird das so sein.“ Ob das am Ende reicht, noch vier Mannschaften hinter sich zu lassen und das rettende Ufer zu erreichen, das aktuell neun Punkte entfernt ist, muss sich zeigen. Die Tabelle, das macht das Trainerduo immer wieder deutlich, steht nicht im Vordergrund aller Überlegungen. Aber nur locker-flockig durch die noch ausstehenden 15 Spiele zu gehen, soll auch nicht der Anspruch sein. „Nicht jede Niederlage ist eine Katastrophe“, sagt Schlamann. „Aber wir treten jeden Sonntag an, um drei Punkte zu holen.“ Auch als Lohn für den Trainingsfleiß.

https://www.azonline.de/sport/rosendahl/das-a-spiel-auf-die-platte-bringen-3482076
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Denn es geht um die Idee. „Eine, die nicht davon geprägt ist, den Ball über 40 Meter nach vorne zu dreschen und auf die Stürmer zu hoffen“, sagt der Trainer. In einigen Partien habe die Umsetzung schon ganz gut geklappt, in anderen weniger. „Manchmal sind wir wieder in alte Muster zurückgefallen“, denkt Schlamann an Begegnungen wie gegen ASC Schöppingen, DJK Coesfeld oder SC Südlohn, in denen sie nicht an ihr Limit gekommen sind und deshalb knapp verloren haben. „Mit unserem A-Spiel wäre da mehr möglich gewesen.“

Dieses A-Spiel noch häufiger auf die Platte zu bringen, daran arbeiten sie intensiv. Und daran, diese Leistung dann auch zu konservieren. „Wir haben schon häufiger gegen starke Gegner eine sehr gute erste Halbzeit gezeigt, das aber nicht über die 90 Minuten gebracht“, stellt Timo Grabowsky fest. Auch so ein Ding, das sie beheben müssen. „Wenn die Jungs das Gefühl haben, gut im Spiel zu sein, lassen sie manchmal ein paar Prozent nach“, bilanziert Carsten Schlamann. Doch Punkte gibt es in dieser ausgeglichenen Bezirksliga nur, wenn sie am oberen Limit unterwegs sind.

Dem Trainerduo, das frühzeitig und unabhängig von der Ligazugehörigkeit seine Zusage für die kommende Saison 2026/27 gegeben hat, ist bewusst, wo sich eine der größten Baustellen aufgetan hat: die Chancenverwertung. „Wir betreiben einen hohen Aufwand, die Möglichkeiten herauszuspielen“, sagt Schlamann. Sie dann bitteschön auch zu nutzen, würde viele Dinge einfacher gestalten. Mal mit einer Führung in die Pause gehen oder Spiele damit enger gestalten, das würde sie näher an Punktgewinne heranbringen.

Letztlich geht es darum, die Köpfe immer oben zu behalten. Da machen sich die beiden Trainer keine Sorgen, im Gegenteil. „Wenn die Verlierer nach dem Abschlussspiel noch laufen müssen, kommen oft die Gewinner freiwillig mit“, lächelt Schlamann. Die Kabine ist gesund. Und einige Spieler bald sind es ebenfalls wieder. Unterschiedskicker Timo Grabowsky, der in der Hinrunde verletzungsbedingt nur auf acht Einsätze gekommen ist, will gerne mehr liefern, auch Patrick Popinski sitzt wieder in den Startlöchern. Maik Baumeister, Sommer-Neuzugang aus Asbeck, hat noch keine einzige Minute absolvieren können, jetzt aber das Training aufgenommen.

Gemeinsam wollen sie anpacken. Sehen, was noch geht in der Tabelle ab dem 22. Februar. Die erste Aufgabe steht gleich beim Tabellenführer SuS Stadtlohn an. „Ist ja einfach“, zuckt Carsten Schlamann mit den Schultern. Nur eine Woche später steigt das Rosendahler Derby gegen SW Holtwick – vielleicht der krachende Startschuss für die Aufholjagd Richtung Klassenerhalt.

Westfalia Osterwick

Zahlen und Fakten zum bisherigen Saisonverlauf des Bezirksligisten Westfalia Osterwick:

  • Bilanz: 17 Spiele, 9 Punkte, 19:50 Tore, Platz 17.
  • Bester Torschütze: Ein Trio bildet die Spitze, wobei schon vier Treffer ausreichen, um diesen Platz einzunehmen. Leon Eggemann, Sebastian Popinski und Lucas Rix kommen jeweils auf besagte vier Tore. ► Der Dauerbrenner: Ein einziger Spieler stand in allen 17 Saisonspielen auf dem Platz, und das ist mit Jannik Hagen einer der Youngster, der gerade erst aus der A-Jugend hochgerückt ist. Auf jeweils 16 Einsätze kommen Luca Thiäner, Lucas Rix, Sebastian Popinski und Henry Klein, wobei Thiäner mit 1362 die meisten Minuten aller Osterwicker gesammelt hat.
  • Kader: Rekordverdächtige 27 Spieler sind bereits für die Westfalia aufgelaufen. Bei seinem einzigen Einsatz hat Marek Gröning immerhin vier Minutenmitgewirkt.
  •  Torquote: Schon in der vergangenen Saison geriet die Ausbeute mit 1,6 Treffern pro Spiel überschaubar. Jetzt bringt es die Westfalia im Schnitt auf 1,1 Tore - keine Bilanz für große Sprünge.
  • Defensive: Da zeigt sich das andere Dilemma, denn durchschnittlich 2,9 Gegentore pro Partie sind ein Brett, das die Abteilung Attacke kaum auffangen kann.
  • Kartenspiele: In dieser Kategorie tummeln sich die Osterwicker auf der Sonnenseite der Tabelle. 31 Gelbe Karten plus zwei für Teamoffizielle, drei Gelb-Rote Karten und kein einziges Mal Rot - das ist Platz drei in der Fairnesswertung.
  • Die Besonderheit: Mit dem Spritgeld ist das so eine Sache. Einen Punkt haben die Osterwicker bisher von ihren Auswärtsreisen mitgebracht - nach dem 0:0 am ersten Spieltag bei BVH Dorsten setzte es auf fremden Plätzen ausschließlich Niederlagen.

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